Nach der Saison ist vor der Saison und die ersten Choreo-Ideen liegen schon bereit. Nachdem bereits zahlreiche Geldspenden bei uns eingegangen sind – wofür wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken wollen – suchen wir jetzt Sachspenden in Form von Nähmaschinen und Nähgarn.
Wer uns dahingehend unterstützen kann, möchte sich bitte unter info@q-block.de melden.

Sachspenden gesucht

Durch die Ansetzung des Spiels gegen Freiburg auf einen Montag, sieht sich der Q-Block gezwungen zu handeln. Gegen die Spieltagszerstückelung und für den Samstagstermin ist die Devise,
und in einer Kooperation mit verschiedenen Freiburger Fangruppen aus der aktiven Fanszene werden wir dies nach außen tragen.

Mit einem Spiel gegen eine Fanauswahl aus Freiburg im altehrwürdigen Bruchwegstadion werden wir zeigen, was für uns Fußball ausmacht. Samstags um halb vier.
Also schaut vorbei, der Eintritt wird kostenlos sein. Lasst uns zusammen einen schönen Tag verbringen und gemeinsam ein Zeichen setzen!

14.04.2018 | 15:30 Uhr | Bruchwegstadion

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Q-Block.

Heut abend wird sicherlich nicht jeder die Gelegenheit haben die Blockbildung zu lesen. Wir stellen deshalb ausnahmsweise das Vorwort bereits vorher online, um klar zu stellen, dass die Vorgänge rund um die Fastnachtsspiele noch nicht ausreichend aufgearbeitet wurden und wir deshalb nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen können.

Gude Nullfünfer,

ein verdammtes Jahr hat es gedauert bis wir wieder in der Ferne jubeln konnten. Wirklich gut hat es sich trotzdem nicht angefühlt, dafür war in den Tagen davor zu viel passiert. Die herbe Enttäuschung in Frankfurt als der gesamte Verein das Pokalspiel zum großen Wendepunkt hochstilisiert hatte. Von unserer Seite hatten wir alles in die Wege geleitet, gemeinsam und in Abstimmung mit Mainz 05 Mitarbeitern unter dem Fastnachtsmotto einen optisch und akustisch runden Gesamtauftritt ausgetüftelt. Die Ankündigungen der Mannschaft ließen ein echtes Highlight erwarten, aber selten lagen der selbst formulierte Anspruch und die Realität so weit auseinander wie an diesem Tag. Zurecht erntete die Mannschaft für diesen lächerlichen Auftritt nach dem Spiel deutliche Worte am Zaun.

Obwohl uns diese Darbietung schwer im Magen lag, machten sich nur wenige Tage später über 1000 Fans auf nach Hoffenheim. Unser Support war an dem Tag bewusst mehr auf Fastnacht und Spontanität ausgerichtet und nachdem das Spiel erneut weniger gut für uns lief, flüchtete sich der Großteil des Gästeblocks in Selbstironie und Nostalgie. Scheinbar stieß dies einigen Verantwortlichen bitter auf, im Nachgang war davon zu lesen, die Mannschaft wäre verhöhnt und verspottet worden. Deshalb entschied man sich nach dem Spiel nicht in die Kurve zu gehen und die mitgereisten Fans links liegen zu lassen. Mit einem offenen Brief am nächsten Tag rechtfertigten Schröder und Co. ihr Verhalten und baten gleichzeitig um Unterstützung. In der Fanszene herrschte Fassungslosigkeit über dieses dummdreiste Verhalten. Kein Funken selbstkritischer Reflexion, völlige Ignoranz gegenüber den Eigenarten und der Identität dieses Vereins, sondern stattdessen die Absicht die eigenen Fans zu einem genehmen Verhalten zu erziehen. Glücklicherweise wiesen viele Fans und auch Teile der Medien diesen billigen Versuch einer Annäherung in aller Deutlichkeit zurück.

Für uns war klar, dass wir zwar die Reise nach Berlin antreten würden, aber die Dinge nicht einfach ihren gewohnten Lauf nehmen konnten. Statt für die Mannschaft zu singen, war unser Support bei dem Spiel allein unserer Idee von Mainz 05 gewidmet. Mit der Zaunfahne „Nur für das Trikot“ und einem „Verarscht ihr uns- Verarschen wir euch“ Spruchband reagierten wir somit direkt auf die vorherigen Geschehnisse. Nach dem Spiel wollten wir unabhängig vom Ergebnis den Block verlassen, weder feiern als wäre nichts gewesen, noch erneut unseren Unmut äußern. Was in Hoffenheim passiert ist, war letztlich der Gipfel einer Entwicklung mangelnder Wertschätzung gegenüber den eigenen Fans. Das betrifft nicht nur die Mannschaft, sondern den gesamten Verein und ist daher eben nicht durch einen Auswärtssieg gerade zu rücken. Spätestens wenn 3 Spiele verloren sind, geht es dann nämlich wieder von vorne los. Für einen längerfristigen und tiefgreifenden Schulterschluss bedarf es mehr. Es kann nicht sein, dass die Fans immer nur dann wichtig und ernst genommen werden, wenn der Verein knietief in der Scheiße steckt. Wenn man Zusammenhalt schaffen möchte, bedarf es nachhaltig eines respektvollen und ehrlichen Umgangs miteinander. Gespräche, rein um der Gespräche willen sind dafür keine ausreichende Basis. Vielmehr ist es zunächst notwendig die Fehler im Umgang mit den Fans offen einzugestehen und nicht darauf zu hoffen, dass sportlicher Erfolg die Probleme kittet…die Verantwortlichen bei Mainz 05 sind am Zug.

Q-Block

 

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Wir schreiben das Jahr 2018. Leider sehen wir, der Q-Block, uns heute gezwungen, einen Text zu veröffentlichen, der auch in den 80er-Jahren hätte geschrieben werden können.
Was passiert ist, dürften wohl alle mitbekommen haben, die sich auch nur ein wenig mit den Geschehnissen rund um unseren Fußballsportverein beschäftigen.

Den Anfang machte standesgemäß der Springerverlag:
„Aber was verstehen Sie als Frau von Fußball?“, fragte die BILD-Zeitung Eva-Maria Federhenn, die am Wochenende auf der Mitgliederversammlung von Mainz 05 als Vorstandsvorsitzende unseres Verein kandidieren wird.
Diese „Frage“ hat schon ihren Namen nicht verdient, schließlich steht die Antwort für die BILD längst fest: Nichts – sonst würde sie die Frage gar nicht erst stellen.
Ich könnte den lieben Herrn Dörr genauso gut fragen: „Was verstehen Sie als BILD-Journalist von ganz grundlegenden ethischen Standards?“

Anschließend wollte die BILD ernsthaft noch wissen, ob Frau Federhenn dann zukünftig „rote Pumps“ tragen werde, schließlich sei das Erkennungs-Merkmal von Hans Kaluza ja eine rote Hose gewesen. Auch hier ist die Antwort von Frau Federhenn völlig gleichgültig, das Entscheidende hatte die Frage längst betont: Frau Federhenn – Festhalten! – ist eine Frau!
Das, was die BILD da macht, ist längst kein „versteckter“ oder „abstrakter“ Sexismus mehr, sondern eine ganz offensichtliche Manifestation völlig veralteter Rollenbilder, chauvinistischer Denkstrukturen und patriarchaler Machtverhältnisse.
Offensichtlich? Für Mainz 05 scheinbar nicht offensichtlich genug, um Frau Federhenn zur Seite zu springen und der BILD mal über das Schandmaul zu fahren. Denn wir schreiben zwar das Jahr 2018 und natürlich sind alle „wunderbar gleichberechtigt“ – aber eben nicht gleichberechtigt genug, um nicht doch noch von der BILD-Zeitung in irgendwelche zurückgebliebenen Gesellschafts-Korsetts gepresst zu werden, ohne dass sich jemand daran zu stören scheint.

Der Q-Block antwortete in Hannover mit den Spruchbändern: „Gegen reaktionäre Rollenbilder! In der Kurve! Im Verein! Und überall!“ sowie „Zähne zeigt, wer´s Maul aufmacht! Solidarisch voran gegen Sexismus!“

Im Nachgang des Spiels in Hannover kam dann der nächste Tiefpunkt ans Tageslicht: Innenverteidiger Leon Balogun machte öffentlich, dass er und Anthony Ujah von Hannoveraner Fans mit Affenlauten rassistisch beleidigt wurden.
Wer jetzt denkt, dass auf diesen Vorfall ein Aufschrei der Entrüstung folgte, liegt leider nur so halb-richtig. Denn während sich die Club-Offiziellen völlig zu Recht empörten, war in den Kommentarspalten von Facebook und Faszination-Fankurve schnell klar: Nein, so kann das ja gar nicht gewesen sein! Da muss der dumme Balogun etwas verwechselt haben! Schließlich wurde 96-Kicker Ihlas Bebou mit lauten „Bebouuuuuu“-Rufen gefeiert – das muss es gewesen sein!

Abgesehen davon, dass diese Version der Geschichte so einige Fragen offen lässt und nicht besonders plausibel erscheint – Denn wieso sollten die 05-Profis die Ovationen für Bebou als auf sie selbst bezogene Affenlaute verstanden haben?! – ist es doch ziemlich aussagekräftig, dass es in der Diskussion um einen rassistischen Vorfall der erste Reflex zu sein scheint, die rassistische Ebene zu leugnen und das Problem in der Wahrnehmung der Betroffenen zu suchen.
So war es auch in der Diskussion um ein H&M-Werbefoto, das einen schwarzen Jungen in einem Pulli mit der Aufschrift „coolest monkey in the jungle“ zeigt: Plötzlich wurde argumentiert, dass dunkelhäutige Menschen, die sich davon verletzt fühlten, selbst rassistische Denkmuster aufzeigen würden, weil sie ja differenzieren würden, ob der Pulli nun von einem weißen oder einem schwarzen Jungen getragen wird.

Dass nicht wenige dieser Menschen wohl selbst schon Opfer solcher Erniedrigungen wurden – kann man ja mal ausblenden. Dass es Teil der rassistischen Ideologie ist und in kolonialer Tradition steht, schwarze Menschen als minderwertige Tiere anzusehen – geschenkt. Dass schwarze Menschen noch in den 50er-Jahren wie Affen in Zoos ausgestellt waren – vergesst es einfach! Dass dunkelhäutige Fußballspieler in den Stadien mit Affenrufen beleidigt werden – was soll das schon mit einem „coolest monkey in the jungle“-Pulli zu tun haben?!

Es ist – und das gilt in allen diskriminierenden Kontexten – nun mal viel bequemer, über die Empfindlichkeit und die falsche Wahrnehmung einer Minderheit zu diskutieren, als darüber, dass eine Gesellschaft (am Ende vielleicht sogar man selbst?) diskriminierende Denk- und Verhaltensmuster aufzeigt. Mithilfe einer simplen Täter-Opfer-Umkehr lassen sich die eigenen Hände dann wunderbar in Unschuld waschen: Es beginnt damit, dass der arme weiße Mann nicht mal mehr sagen darf, was er denkt. Und es endet mit solchen Begriffen wie „Bomben-Holocaust“ – der Gipfel des deutschen Opfermythos´.

So offenbart schon der Verlauf derartiger Diskurse die zugrunde liegenden Ressentiments der Diskutierenden. Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und Chauvinismus insgesamt sind eben keine Randphänomene, die von den „vermeintlich“ Betroffenen künstlich aufgebauscht werden. Es sind tief verwurzelte gesellschaftliche Probleme, die allein schon dadurch offensichtlich zu Tage treten, dass sie mit der Begründung abgetan werden, dass sie ja nur künstlich aufgebauscht würden.

Und so meint Rouven Schröder sicher das Richtige, wenn er sagt, der Vorfall um Balogun und Ujah sei „unbegreiflich“. Genau das ist er aber eben nicht. Er ist sehr wohl begreiflich. Er ist nämlich das Ergebnis einer nicht nur strukturell und institutionell rassistisch durchwachsenen Gesellschaft. In dieser Gesellschaft werden geflüchtete Menschen zusammengepfercht und in angeblich sichere Herkunftsländer deportiert. In dieser Gesellschaft stehen Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auf der Tagesordnung. In dieser Gesellschaft wird von „Integration“ gesprochen, aber damit „Assimilation“ gemeint. In dieser Gesellschaft darf die Polizei nicht nur mithilfe von Racial Profiling tagtäglich Gewalt und Unrecht ausüben. In dieser Gesellschaft wird derart hysterisch über geflüchtete Menschen diskutiert, dass sogar dreckige Deals mit irgendwelchen Diktatoren akzeptiert werden – Hauptsache, es kommt niemand mehr.
In dieser Gesellschaft sind Begriffe wie „Fotze“, „Jude“ und „Schwuchtel“ auf jedem Pausenhof zu hören. In dieser Gesellschaft haben ein großer Teil der Frauen sexualisierte Gewalt erfahren müssen – und zwar nicht nur in der Kölner Silversternacht, sondern vor allem auf jedem scheiß Schützen- und Oktoberfest, auf jeder Dorfkerb und jeder Fassenachtsparty. In dieser Gesellschaft müssen Frauen in der Regel die schlechter bezahlten Berufe ausüben – und werden selbst in den „besseren Jobs“ schlechter bezahlt. In dieser Gesellschaft schafft es eine neoliberale, rassistische, sexistische, homophobe, chauvinistische, reaktionäre, nationalistische, zum Teil völkische Hetz-Partei in jedem Bundesland in den Landtag.

In dieser Gesellschaft sind solche Vorfälle nicht unbegreiflich, sondern eine zwingende Konsequenz. Wir schreiben das Jahr 2018. Und diese ganze Scheiße gehört endlich abgeschafft! Solidarisch voran!

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Die „Q-Block International“ -Wette haben wir souverän gemeistert und konnten auf diesem Weg „crowdFANding – Ein Fanhaus für Mainz“ bereits 1000€ zukommen lassen. Zum Abschluss der Kampagne legen wir nach und wollen auf diese Art und Weise nicht nur einen großen Batzen Geld auftreiben, sondern auch unsere Leidenschaft für (alte) Zaunfahnen deutlich machen! Schafft es unsere Fanszene mindestens zehn Zaunfahnen aufzutreiben, die vor dem Aufstieg im Jahr 2004 bereits am Bruchweg und den Stadien der Republik hingen, am Samstag ihr Comeback im Stadion am Europakreisel feiern zu lassen, geben wir pro Exemplar 100€ ins crowdFANding! Wir sind uns bewusst, die Stücke sind rar und das wird eine hohe Hürde – wir sind aber sehr optimistisch, dass noch genug Exemplare auf Dachböden und in Kellern schlummern. Also macht euch auf die Suche, hängt sie im Stadion und besonders wichtig – passt gut drauf auf!

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Gude Nullfünfer,

am vergangenen Sonntag ist ein wichtiges Projekt für die Fanszene in Mainz gestartet. Schon seit Wochen entsteht im alten Rohrlager in der Weisenauer Straße ein Fanhaus für Mainz. Schon zahlreiche Nullfünfer haben dort in hunderten Stunden Putz von den Wänden geholt, das Haus entkernt und eine enorme Eigenleistung eingebracht. Vom Einzug sind wir allerdings noch einige Monate entfernt und bis dahin müssen zahlreiche Handwerker noch ihr Werk verrichten. Parallel dazu muss allerdings jeder Fan seinen Baustein dazu beitragen, damit das Projekt gelingt.

Auf www.crowdFANding.net kann jeder Nullfünfer seinen Teil dazu beitragen! Unterstützt unbedingt das Projekt – dabei ist es egal ob die Summe eher klein oder groß ist. Jeder gibt das was er kann, jeder Euro hilft am Ende weiter. Die Jungs und Mädels vom Projektteam haben ambitionierte Ziele, aber wenn uns der Abstiegskampf in der letzten Saison eines gelehrt hat, dann das wir zusammen ALLES schaffen können.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Aktionen, bei denen sich jeder von euch einbringen kann. Informiert eure Freunde, Verwandten, Arbeitskollegen und generell alle Mainz 05 Fans. Haltet einfach mal die Augen und Ohren offen und schaut euch regelmäßig die Homepage an oder klickt bei Facebook rein.

Ankündigen können wir schon jetzt eine Aktion zum Auswärtsspiel in Stuttgart. Bei diesem Spiel gibt ein Sponsor im Rahmen einer Wette für jede verkaufte Karte für den Gästeblock 1,00€ in die Projektkasse! Der Block muss voll werden – dann wandert auch direkt eine ordentliche Summe in das Fanhaus!

Außerdem gibt es in der kommenden Woche eine Wette, wo wir als Q-Block behaupten, dass wir es locker flockig schaffen Spender aus 15 verschiedenen Nationen dieser Welt zu mobilisieren. Q-Block International ist das Motto in der kommenden Woche! Jeder hat einen Freund oder Verwandte im Ausland – erzählt diesen von unserem Projekt und motiviert sie zum Spenden! Schaffen wir es die 15 Nationen innerhalb einer Woche zusammen zu bekommen, legen wir 1.000€ in die Projektkasse! Das soll doch zu schaffen sein, oder?

Lasst uns anpacken, lasst uns gemeinsam die 100.000€ ran holen und lasst uns zusammen eine Heimat für unsere Fanszene realisieren!

Wir halten euch auf dem laufenden!

Ein Fanhaus für Mainz

www.crowdFANding.net


Die Ankündigung, dass Mainz 05 an den Spielen gegen eine chinesische U-20 Auswahl teilnehmen wird, hat in den vergangenen Tagen für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Ein offener Brief mehrerer Fanvertretungen hat die Entwicklung bereits kritisch beleuchtet und auch wir möchten die Gelegenheit nutzen, um ausführlich zu erklären, warum wir dieses DFB-Projekt und eine Teilnahme von Mainz 05 daran deutlich ablehnen.

Zunächst einmal richtet sich unsere Kritik sicherlich nicht gegen irgendeine U20 Mannschaft, die Testspiele absolvieren und jungen Fußballern die Gelegenheit geben möchte, sich sportlich weiter zu entwickeln. Niemand hat damit ein Problem, im Gegenteil: Es ist grundsätzlich begrüßenswert, wenn man Breiten- und Spitzensport weltweit fördert. Ein solches U20 Team könnte auch beispielsweise aus Ruanda oder Bangladesch kommen, dass es aus China kommt, untermauert aber die damit einhergehenden finanziellen Motive des DFB. Denn in China werden seit kurzem staatlicherseits Millionenbeträge in den Fußball investiert, die heimische Liga wird mit Stars wie Hulk, Oscar oder Anthony Modeste aufgewertet und es werden lukrative Deals mit europäischen Ligen und Vereinen eingefädelt. Teilweise stehen bizarre Vorschläge im Raum, wie der von Adidas-Chef Kaspar Rorstedt, der gar ein DFB-Pokalfinale in China vorschlägt[1], aber es gibt auch deutlich handfestere Beispiele. So plant z.B. die englische Premiere League Anstoßzeiten zu Gunsten der TV-Vermarktung in Asien einzuführen[2] [3] und recht unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die DFL den neuen Spieltermin Sonntag 13:30 Uhr eingeführt, der vermutlich nicht zufällig in die asiatische Prime-Time fällt. Ein Vertrag über 250 Millionen Euro wurde bereits im Herbst 2016 zwischen Ligaverband und einem chinesischen Anbieter abgeschlossen, dessen Inhalte bisher nur sehr vage an die Öffentlichkeit gedrungen sind[4].

Grundsatzentscheidung mit enormer Reichweite

Wenn der DFB hier nun ein solches Projekt ankurbelt, dann darf es nicht isoliert betrachtet, sondern muss im gesamten Kontext jener aktuellen Entwicklungen bewertet werden. Es offenbart ein grundlegendes strategisches Denkmuster von Seiten der Verbände und Funktionäre und folgt der gleichen Logik, mit der z.B. Weltmeisterschaften nach Katar vergeben werden. Die Hinwendung zum asiatischen Markt, verbunden mit der Aussicht auf ein Millionengeschäft, steht für ein grenzenloses Weiterdrehen der Vermarktungsmaschinerie. Dies wird der eigenen Basis, der Wertigkeit des hiesigen Amateurfußballs und den Vorstellungen der Fans vorangestellt.

Es stellt sich die Frage, warum der DFB sich lieber mit solchen Deals beschäftigt, statt sich um die tatsächlichen Bedürfnisse der unterklassigen Vereine zu kümmern? Viele Strukturen liegen seit geraumer Zeit im Argen, die Durchlässigkeit in höhere Spielklassen wird immer geringer, weil viele Vereine schlicht nicht mehr in der Lage sind, Auflagen zu erfüllen, die ein Aufstieg in eine nächsthöhere Spielklasse mit sich bringt. Manche Vereine verzichten gar darauf, Lizenzen zu beantragen, weil sie die gestellten Bedingungen nicht erfüllen können, wie z.B. der TSV Marl-Hüls[5]. In den betroffenen Regionalligen beklagen die Vereine seit Jahren, dass die Meister nicht direkt aufsteigen, sondern stattdessen zwei Relegationsspiele am Ende über den Erfolg einer gesamten Saison entscheiden. Hier besteht also vielfältiger, akuter Handlungsbedarf, der in der unmittelbaren Verantwortung des DFB liegt. Der Verband ist hier gefordert, im großen Stil bessere und faire Strukturen zu schaffen, in denen Aufstieg und Abstieg nachvollziehbar gestaltet werden und nicht, wie im Fall Pirmasens, Ergebnis von sportlich selbst nicht direkt beeinflussbaren Ereignissen sind[6].

Die Krone dieser Entfremdung von der eigenen Basis ist es nun, eine Antrittsprämie von 15.000 Euro an die teilnehmenden Vereine auszuschütten. Viele der betroffenen Vereine stehen mit einem Bein in der Insolvenz, auch und gerade durch die angesprochenen Auflagen seitens der Verbände sind sie daher fast gezwungen, das Geld anzunehmen. Von dem großen Geschäft in Asien allerdings werden langfristig andere profitieren, während der kleine Geldsegen vor allem kurzfristig dafür sorgt, dass kaum jemand aufbegehrt und grundsätzliche Fragen stellt. So kann der DFB weiter kritiklos an vergleichbaren Projekten schrauben, während sich für die Vereine nichts ändert. Der Wettbewerb verliert mehr und mehr an Wertigkeit, die bestehenden Probleme werden weiterhin ignoriert und die Vereine können sich finanziell irgendwann nicht mehr über Wasser halten. Mit der Prämie kauft sich der DFB gewissermaßen von seiner Verantwortung frei, ohne tatsächlichen Willen etwas zu verändern.

Bei einem Deal mit der Volksrepublik China kommt man zudem nicht umher, die Situation auch aus einem politischen Blickwinkel zu betrachten. Der Amnesty Jahresbericht zu China von 2016 beschreibt alarmierende Entwicklungen hin zu massiver Zensur, Überwachung und weitgehenden Eingriffen ins Private. Ebenso wird von „(…) weitverbreiteter Folter und anderweitigen Misshandlungen sowie unfairen Gerichtsverfahren(…)“ gesprochen. Weitere Aspekte des Berichts sind die Unterdrückung von Minderheiten, der intransparente Umgang mit der Todesstrafe, die Einschränkung von Religions- und Glaubensfreiheit, sowie die Beschneidung der Rechte auf Meinungsfreiheit[7].

Für die Machthabenden sind Investitionen im Sport offensichtlich auch immer ein Mittel, um das Volk zu unterhalten und die eigene Macht zu legitimieren – eine moderne Variante von „Brot und Spiele“[8]. Diese Problematik blendet der DFB jedoch einfach stillschweigend aus, äußert sich auch nicht dazu, dass Trainer und Funktionsteam der U20 einen Maulkorb von Oben verordnet bekommen haben. Die vielgepriesene Völkerverständigung ist so de facto unmöglich[9].

Mainz 05 hat eine Chance vertan – leider!

Insgesamt ist die Entscheidung über die Teilnahme an einem solchen Projekt unserer Auffassung nach nicht nur eine Entscheidung über ein einfaches Testspiel, sondern eine grundsätzliche, aber vor allem wegweisende und im schlimmsten Fall eben weitreichende. Das Spiel ist nur ein Symptom einer insgesamt zu kritisierenden Entwicklung, die wir Fans nicht widerstandslos und vor allem nicht wortlos hinnehmen dürfen. Damit ist nicht gemeint, dass Mainz 05 es ablehnen soll, wenn der 1.FC Köln eine astronomische Summe für Jhon Cordoba zahlt. Die völlige Entkoppelung finanzieller Verhältnismäßigkeiten solcher Geschäfte ist sicher zu kritisieren, aber folgt schlussendlich auch nur den bestehenden Verhältnissen des modernen Fußballs. Die Logik des Marktes mag unsere romantische Seifenblase ein ums andere Mal zum Platzen bringen, aber gewisse Werte und Ideale des Sports und der Vereine bleiben unverkäuflich.

Wenn wir auf unsere eigene Geschichte zurückblicken, wird uns klar, wie wichtig diese Werte und Ideale des Sports sind. Hätte es 1997 bereits die heutigen Rahmenbedingungen gegeben, unser Verein hätte den Weg der letzten 20 Jahre niemals gehen können. Er hätte nie um den Aufstieg spielen und sich ganz sicher niemals in der Bundesliga etablieren können. Die eigene Geschichte zu wahren, heißt eben auch, sie zu verteidigen. Vergessen wir nicht, wo wir herkommen und wie weit wir dabei als der „etwas andere Verein“ gekommen sind. Wir haben gezeigt, dass wirklich alles möglich ist im Fußball. Von der staubigen Aschenbahn zu Flutlichtspielen in der Euroleague – ganz ohne Hilfe eines Investors, sondern durch harte, solide Arbeit und vor allem unseren Glauben daran. Wir haben all den Naiven und Verrückten, den verliebten Fußballromantikern Mut gegeben, dass jeder Verein es schaffen kann. Wir waren Sinnbild für den magischen Moment, der diesen wundervollen Sport ausmacht. Wer, wenn nicht wir, weiß daher um den ständigen Kampf kleiner Vereine? Genau deshalb müssen wir uns auch damit auseinandersetzen und das Ganze nicht marginal als einfaches Testspiel abtun. Hier werden kleine Vereine langfristig in Bedrängnis gebracht.

Was den China-Deal betrifft, hätten wir uns daher gewünscht, dass Mainz 05 bei seiner ursprünglichen Haltung für den Fußball als gesellschaftlich-soziales Gut und gegen das Investmentprojekt geblieben wäre. Im ersten Moment war das „Nein“ unseres Vereins ein starkes Symbol dafür, dass man bereit ist, mit breiter Brust den eigenen Weg zu gehen und eben genau das zu tun, was uns doch so stark gemacht und soweit gebracht hat: Nicht blind dem folgen, was andere vorgeben, sondern den Mut haben, sich seine eigenen Gedanken zu machen, notfalls den Schneid und das Selbstbewusstsein haben, auszuscheren und vor allem sein eigenes Profil wieder schärfen. Ja, wir waren verdammt stolz darauf, dass unsere Nullfünfer nicht jeden Unfug mitmachen! Gerade, weil wir doch der „andere Verein“ sind, oder es waren?
Nach so einem stolzen Moment ist es natürlich umso bitterer, dass diese klare Haltung vollends im Nebel verschwand. Was jetzt steht, ist weder Fisch noch Fleisch. Die angekündigte Spende der Antrittsprämie zeigt lediglich, dass Mainz 05 als Bundesligist das Geld nicht so nötig hat wie andere. Für uns ist die getroffene Entscheidung daher keine Lösung und auch kein Kompromiss. Das klar abzulehnende Projekt wird letztlich gebilligt und promotet, während der Verein mit seiner Spende versucht, dem Ganzen noch einen mildtätigen Anschein zu verleihen. Wir haben in diesem Fall den Kontakt zu Mainz 05 gesucht und unsere Kritik in einem kontroversen, aber sachlichen Gespräch vorgetragen.

Wir wollen schon jetzt die Chance wahrnehmen, um anzukündigen, dass wir das Spiel gegen Chinas U 20 natürlich für Protest nutzen werden. Wir dürfen nicht länger wegschauen und Entscheidungen kommentarlos hinnehmen, sondern müssen hinterfragen und kritisieren! Wenn der DFB sich weiter von seiner Basis entfernt, dann muss er den Unmut zu spüren bekommen, direkt und sichtbar! Wir Fans sind gefordert, aber viel mehr noch die Vereine! Vor allem Vereine wie der unsrige. Hier muss eine Abkehr von Ja-Sager-Mentalität und vorauseilendem Gehorsam stattfinden. Nicht nur im Interesse der Fans, nicht nur im Interesse des Vereins – sondern im Interesse des gesamten Fußballs und der Vereinskultur!

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Q-BLOCK – DIE FANS VOM FSV

 

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[1] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/adidas-chef-rorsted-pokalfinale-statt-in-berlin-in-shanghai-1.3464826

[2] http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-3946936/Premier-League-boosted-new-482m-China-TV-deal-flight-earn-12-times-year.html

[3] http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-4589516/Premier-League-consider-moving-22-games-11am-kick-offs.html

[4] http://www.taz.de/Deutsch-chinesischer-Fussballdeal/!5426481/

[5] http://www.fupa.net/berichte/marl-huels-beantragt-keine-lizenz-656124.html

[6] http://www.zeit.de/sport/2017-06/fussball-regionalliga-fk-pirmasens-juniorenteam-china

[7] https://www.amnesty.de/jahresbericht/2017/china

[8] http://www.zeit.de/2008/04/Chinaoeffnung

[9] http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.chinas-u20-gegen-grossaspach-das-reich-des-schweigens.5f98efda-8d0e-45cc-96b4-c4ca9111c9f5.html

Beim Heimspiel gegen Hertha BSC am Samstag, 15.4.17 von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr, organisieren die Fans vom FSV und Mainz 05 eine Typisierungsaktion zusammen mit der DKMS. Wir benötigen Unterstützung beim Ablauf.

Wer am Spieltag helfen möchte, meldet sich bitte unter qaritativ@q-block.de

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Q-BLOCK – DIE FANS VOM FSV