Heut abend wird sicherlich nicht jeder die Gelegenheit haben die Blockbildung zu lesen. Wir stellen deshalb ausnahmsweise das Vorwort bereits vorher online, um klar zu stellen, dass die Vorgänge rund um die Fastnachtsspiele noch nicht ausreichend aufgearbeitet wurden und wir deshalb nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen können.

Gude Nullfünfer,

ein verdammtes Jahr hat es gedauert bis wir wieder in der Ferne jubeln konnten. Wirklich gut hat es sich trotzdem nicht angefühlt, dafür war in den Tagen davor zu viel passiert. Die herbe Enttäuschung in Frankfurt als der gesamte Verein das Pokalspiel zum großen Wendepunkt hochstilisiert hatte. Von unserer Seite hatten wir alles in die Wege geleitet, gemeinsam und in Abstimmung mit Mainz 05 Mitarbeitern unter dem Fastnachtsmotto einen optisch und akustisch runden Gesamtauftritt ausgetüftelt. Die Ankündigungen der Mannschaft ließen ein echtes Highlight erwarten, aber selten lagen der selbst formulierte Anspruch und die Realität so weit auseinander wie an diesem Tag. Zurecht erntete die Mannschaft für diesen lächerlichen Auftritt nach dem Spiel deutliche Worte am Zaun.

Obwohl uns diese Darbietung schwer im Magen lag, machten sich nur wenige Tage später über 1000 Fans auf nach Hoffenheim. Unser Support war an dem Tag bewusst mehr auf Fastnacht und Spontanität ausgerichtet und nachdem das Spiel erneut weniger gut für uns lief, flüchtete sich der Großteil des Gästeblocks in Selbstironie und Nostalgie. Scheinbar stieß dies einigen Verantwortlichen bitter auf, im Nachgang war davon zu lesen, die Mannschaft wäre verhöhnt und verspottet worden. Deshalb entschied man sich nach dem Spiel nicht in die Kurve zu gehen und die mitgereisten Fans links liegen zu lassen. Mit einem offenen Brief am nächsten Tag rechtfertigten Schröder und Co. ihr Verhalten und baten gleichzeitig um Unterstützung. In der Fanszene herrschte Fassungslosigkeit über dieses dummdreiste Verhalten. Kein Funken selbstkritischer Reflexion, völlige Ignoranz gegenüber den Eigenarten und der Identität dieses Vereins, sondern stattdessen die Absicht die eigenen Fans zu einem genehmen Verhalten zu erziehen. Glücklicherweise wiesen viele Fans und auch Teile der Medien diesen billigen Versuch einer Annäherung in aller Deutlichkeit zurück.

Für uns war klar, dass wir zwar die Reise nach Berlin antreten würden, aber die Dinge nicht einfach ihren gewohnten Lauf nehmen konnten. Statt für die Mannschaft zu singen, war unser Support bei dem Spiel allein unserer Idee von Mainz 05 gewidmet. Mit der Zaunfahne „Nur für das Trikot“ und einem „Verarscht ihr uns- Verarschen wir euch“ Spruchband reagierten wir somit direkt auf die vorherigen Geschehnisse. Nach dem Spiel wollten wir unabhängig vom Ergebnis den Block verlassen, weder feiern als wäre nichts gewesen, noch erneut unseren Unmut äußern. Was in Hoffenheim passiert ist, war letztlich der Gipfel einer Entwicklung mangelnder Wertschätzung gegenüber den eigenen Fans. Das betrifft nicht nur die Mannschaft, sondern den gesamten Verein und ist daher eben nicht durch einen Auswärtssieg gerade zu rücken. Spätestens wenn 3 Spiele verloren sind, geht es dann nämlich wieder von vorne los. Für einen längerfristigen und tiefgreifenden Schulterschluss bedarf es mehr. Es kann nicht sein, dass die Fans immer nur dann wichtig und ernst genommen werden, wenn der Verein knietief in der Scheiße steckt. Wenn man Zusammenhalt schaffen möchte, bedarf es nachhaltig eines respektvollen und ehrlichen Umgangs miteinander. Gespräche, rein um der Gespräche willen sind dafür keine ausreichende Basis. Vielmehr ist es zunächst notwendig die Fehler im Umgang mit den Fans offen einzugestehen und nicht darauf zu hoffen, dass sportlicher Erfolg die Probleme kittet…die Verantwortlichen bei Mainz 05 sind am Zug.

Q-Block

 

11_hbsc-a_1718

Gude Nullfünfer,

Für den Supporters-Sonderzug zum Auswärtsspiel beim HSV gibt es noch Karten zum Preis von 50€ zu kaufen! Deckt euch am Freitagabend unterm A-Block damit ein und unterstützt Nullfünf auswärts!

Weitere Infos gibt es direkt bei den Supporters: http://www.supporters-mainz.de/2018/01/mit-dem-supporters-sonderzug-nach-hamburg/

AF65DC4F-9014-4570-B3A6-670A13E866F1

Gude Nullfünfer,

das diesjährige Spiel zur fünften Jahreszeit findet dieses Jahr wie ihr alle wisst am Samstag, dem 10.02.2018  um 15:30 bei der TSG in Hoffenheim statt. Dieses Jahr wollen wir mal wieder zu einer Mottotour zum Auswärtsspiel aufrufen:

Superschurken

Allen, die ihn noch nicht haben, können wir zu diesem Anlass auch wärmstens nochmal unseren Fastnachtsschal empfehlen. Deckt euch an der Boutique beim Bayern-Heimspiel mit den übrigen Exemplaren ein! Wir sehen uns im Outfit des Superschurkens eurer Wahl.

Treffpunkt: 9:30 Hauptbahnhof

Zugverbindung: 10:13 ab Mz Hbf.

Q-Block – die Fans vom FSV

boutiQue

Am Samstag gibts in der BoutiQue unsere neuen Pullover und extra für unsere beiden Fassenachtsspiele die letzten Q-Block Fassenachtsschals.
Für alle, die noch keinen haben, kommt vorbei und deckt euch ein!
Ansonsten haben wir wie üblich Mützen, Aufkleber, Heftchen und Buttons für euch im Angebot.

Q-Block Pulli

Schals

Wir schreiben das Jahr 2018. Leider sehen wir, der Q-Block, uns heute gezwungen, einen Text zu veröffentlichen, der auch in den 80er-Jahren hätte geschrieben werden können.
Was passiert ist, dürften wohl alle mitbekommen haben, die sich auch nur ein wenig mit den Geschehnissen rund um unseren Fußballsportverein beschäftigen.

Den Anfang machte standesgemäß der Springerverlag:
„Aber was verstehen Sie als Frau von Fußball?“, fragte die BILD-Zeitung Eva-Maria Federhenn, die am Wochenende auf der Mitgliederversammlung von Mainz 05 als Vorstandsvorsitzende unseres Verein kandidieren wird.
Diese „Frage“ hat schon ihren Namen nicht verdient, schließlich steht die Antwort für die BILD längst fest: Nichts – sonst würde sie die Frage gar nicht erst stellen.
Ich könnte den lieben Herrn Dörr genauso gut fragen: „Was verstehen Sie als BILD-Journalist von ganz grundlegenden ethischen Standards?“

Anschließend wollte die BILD ernsthaft noch wissen, ob Frau Federhenn dann zukünftig „rote Pumps“ tragen werde, schließlich sei das Erkennungs-Merkmal von Hans Kaluza ja eine rote Hose gewesen. Auch hier ist die Antwort von Frau Federhenn völlig gleichgültig, das Entscheidende hatte die Frage längst betont: Frau Federhenn – Festhalten! – ist eine Frau!
Das, was die BILD da macht, ist längst kein „versteckter“ oder „abstrakter“ Sexismus mehr, sondern eine ganz offensichtliche Manifestation völlig veralteter Rollenbilder, chauvinistischer Denkstrukturen und patriarchaler Machtverhältnisse.
Offensichtlich? Für Mainz 05 scheinbar nicht offensichtlich genug, um Frau Federhenn zur Seite zu springen und der BILD mal über das Schandmaul zu fahren. Denn wir schreiben zwar das Jahr 2018 und natürlich sind alle „wunderbar gleichberechtigt“ – aber eben nicht gleichberechtigt genug, um nicht doch noch von der BILD-Zeitung in irgendwelche zurückgebliebenen Gesellschafts-Korsetts gepresst zu werden, ohne dass sich jemand daran zu stören scheint.

Der Q-Block antwortete in Hannover mit den Spruchbändern: „Gegen reaktionäre Rollenbilder! In der Kurve! Im Verein! Und überall!“ sowie „Zähne zeigt, wer´s Maul aufmacht! Solidarisch voran gegen Sexismus!“

Im Nachgang des Spiels in Hannover kam dann der nächste Tiefpunkt ans Tageslicht: Innenverteidiger Leon Balogun machte öffentlich, dass er und Anthony Ujah von Hannoveraner Fans mit Affenlauten rassistisch beleidigt wurden.
Wer jetzt denkt, dass auf diesen Vorfall ein Aufschrei der Entrüstung folgte, liegt leider nur so halb-richtig. Denn während sich die Club-Offiziellen völlig zu Recht empörten, war in den Kommentarspalten von Facebook und Faszination-Fankurve schnell klar: Nein, so kann das ja gar nicht gewesen sein! Da muss der dumme Balogun etwas verwechselt haben! Schließlich wurde 96-Kicker Ihlas Bebou mit lauten „Bebouuuuuu“-Rufen gefeiert – das muss es gewesen sein!

Abgesehen davon, dass diese Version der Geschichte so einige Fragen offen lässt und nicht besonders plausibel erscheint – Denn wieso sollten die 05-Profis die Ovationen für Bebou als auf sie selbst bezogene Affenlaute verstanden haben?! – ist es doch ziemlich aussagekräftig, dass es in der Diskussion um einen rassistischen Vorfall der erste Reflex zu sein scheint, die rassistische Ebene zu leugnen und das Problem in der Wahrnehmung der Betroffenen zu suchen.
So war es auch in der Diskussion um ein H&M-Werbefoto, das einen schwarzen Jungen in einem Pulli mit der Aufschrift „coolest monkey in the jungle“ zeigt: Plötzlich wurde argumentiert, dass dunkelhäutige Menschen, die sich davon verletzt fühlten, selbst rassistische Denkmuster aufzeigen würden, weil sie ja differenzieren würden, ob der Pulli nun von einem weißen oder einem schwarzen Jungen getragen wird.

Dass nicht wenige dieser Menschen wohl selbst schon Opfer solcher Erniedrigungen wurden – kann man ja mal ausblenden. Dass es Teil der rassistischen Ideologie ist und in kolonialer Tradition steht, schwarze Menschen als minderwertige Tiere anzusehen – geschenkt. Dass schwarze Menschen noch in den 50er-Jahren wie Affen in Zoos ausgestellt waren – vergesst es einfach! Dass dunkelhäutige Fußballspieler in den Stadien mit Affenrufen beleidigt werden – was soll das schon mit einem „coolest monkey in the jungle“-Pulli zu tun haben?!

Es ist – und das gilt in allen diskriminierenden Kontexten – nun mal viel bequemer, über die Empfindlichkeit und die falsche Wahrnehmung einer Minderheit zu diskutieren, als darüber, dass eine Gesellschaft (am Ende vielleicht sogar man selbst?) diskriminierende Denk- und Verhaltensmuster aufzeigt. Mithilfe einer simplen Täter-Opfer-Umkehr lassen sich die eigenen Hände dann wunderbar in Unschuld waschen: Es beginnt damit, dass der arme weiße Mann nicht mal mehr sagen darf, was er denkt. Und es endet mit solchen Begriffen wie „Bomben-Holocaust“ – der Gipfel des deutschen Opfermythos´.

So offenbart schon der Verlauf derartiger Diskurse die zugrunde liegenden Ressentiments der Diskutierenden. Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und Chauvinismus insgesamt sind eben keine Randphänomene, die von den „vermeintlich“ Betroffenen künstlich aufgebauscht werden. Es sind tief verwurzelte gesellschaftliche Probleme, die allein schon dadurch offensichtlich zu Tage treten, dass sie mit der Begründung abgetan werden, dass sie ja nur künstlich aufgebauscht würden.

Und so meint Rouven Schröder sicher das Richtige, wenn er sagt, der Vorfall um Balogun und Ujah sei „unbegreiflich“. Genau das ist er aber eben nicht. Er ist sehr wohl begreiflich. Er ist nämlich das Ergebnis einer nicht nur strukturell und institutionell rassistisch durchwachsenen Gesellschaft. In dieser Gesellschaft werden geflüchtete Menschen zusammengepfercht und in angeblich sichere Herkunftsländer deportiert. In dieser Gesellschaft stehen Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auf der Tagesordnung. In dieser Gesellschaft wird von „Integration“ gesprochen, aber damit „Assimilation“ gemeint. In dieser Gesellschaft darf die Polizei nicht nur mithilfe von Racial Profiling tagtäglich Gewalt und Unrecht ausüben. In dieser Gesellschaft wird derart hysterisch über geflüchtete Menschen diskutiert, dass sogar dreckige Deals mit irgendwelchen Diktatoren akzeptiert werden – Hauptsache, es kommt niemand mehr.
In dieser Gesellschaft sind Begriffe wie „Fotze“, „Jude“ und „Schwuchtel“ auf jedem Pausenhof zu hören. In dieser Gesellschaft haben ein großer Teil der Frauen sexualisierte Gewalt erfahren müssen – und zwar nicht nur in der Kölner Silversternacht, sondern vor allem auf jedem scheiß Schützen- und Oktoberfest, auf jeder Dorfkerb und jeder Fassenachtsparty. In dieser Gesellschaft müssen Frauen in der Regel die schlechter bezahlten Berufe ausüben – und werden selbst in den „besseren Jobs“ schlechter bezahlt. In dieser Gesellschaft schafft es eine neoliberale, rassistische, sexistische, homophobe, chauvinistische, reaktionäre, nationalistische, zum Teil völkische Hetz-Partei in jedem Bundesland in den Landtag.

In dieser Gesellschaft sind solche Vorfälle nicht unbegreiflich, sondern eine zwingende Konsequenz. Wir schreiben das Jahr 2018. Und diese ganze Scheiße gehört endlich abgeschafft! Solidarisch voran!

hanoi-a_1718

Gude Nullfünfer,

wenn in dieser Welt wirklich nichts sicher ist, so ist es aber das Gejammer über das halbleere Stadion heute. Wer es sich einfach machen will, stimmt mit ein in diesen Chor voller Nörgeleien, am besten noch vom heimischen Sessel: Die Oma, die Wurst, der Weg, der Hund, die Ultras, die Fans, die Stimmung, das Bier, die Zeit, der Tag, die Mannschaft, das Stadion, der Gegner… Na, dann soll es eben so sein! Aber wir alle die hier sind haben doch auch einen Grund. Und der ist ganz einfach nur Mainz 05!

Wir sollten endlich anfangen den Leuten davon zu erzählen warum wir hier sind, anstatt uns darüber zu ärgern, dass andere es nicht sind. Wir haben doch alle unsere Antworten parat. Und nur darum geht es doch: Um unseren Verein! Wir müssen endlich wieder richtig Bock haben ins Stadion zu gehen und uns selbst als Fans feiern. Einfach, weil wir geil sind. Und weil Mainz 05 geil ist! Nur der harte Kern und Flutlichtatmosphäre, das ist der Stoff aus dem besondere Geschichten entstehen! Geschichten, die wir nie Vergessen und von denen wir Morgen erzählen und in 20 Jahren. Also warum sich nicht selbst ein kleines Highlight setzen? Der Q-Block hat dazu eine kleine Idee entwickelt. Dazu müssen wir alle zusammenkommen!

Für alle die keine Lust haben den Kopf in den Sand zu stecken und die ewigen Nörgeleien leid sind: 20 Uhr unterm A-Block!

Die BoutiQue findet ihr heute übrigens auch dort.

Q-Block

Bis Später, Q-Block!

 

„Auf der Arbeit fällt der Hammer heute etwas früher, du hast heute schließlich noch was vor. Die Nullfünfer spielen im Pokal gegen Holstein Kiel, den ganzen Tag schon freust du dich auf die Flutlichtatmosphäre und ein paar Bier mit Freunden. Als du dich endlich durch den Stau in der Innenstadt gekämpft hast und am Stadion ankommst, merkst du, wie leer es heute ist. Aber egal, warum soll dir das die Laune vermiesen? Schnell noch ´ne Wurst reingeschoben, marschierst du mit vollbesetztem Bierhalter in den Block. Der P-Block ist heute leider geschlossen, also geht´s ausnahmsweise mal in den Q. „Wird schon nicht so schlimm werden“, denkst du dir und passierst den Eingang. Du quetschst dich durch die unteren Reihen vollbesetzt mit den Ultras durch, sie ziehen gerade Fahnen auf, eine Sekunde nicht aufgepasst, schon reißt dir ein Fahnenstock dein Pils aus der Hand. Die Hälfte landet auf dem Boden, die andere auf deiner Jacke. Du schimpfst und der Ultra wirft dir ein kurzes „Sorry“ entgegen, bevor er sich wieder seiner Fahne widmet. Nachdem du dich weiter durch die Reihen nach oben gedrängt hast, kommst du endlich bei deinen Kumpels am Wellenbrecher an. Ihr haltet einen kurzen Schwatz, als eine Familie mit zwei kleinen Kindern an euren Standort kommt. Sie bitten euch den Platz freizumachen, damit die Kleinen was sehen können auf ihren mitgebrachten Styroporpodesten. Ihr gebt euren Standort seufzend auf und zwängt euch nochmal ein Stück nach oben, vorbei an ein paar Kuttenträgern. Kaum seid ihr da angekommen, blökt euch ein älterer Typ von der Seite an „Weg da! Ich steh´ hier seit 20 Jahren!“
Einer deiner Kumpels wird in eine leichte Rangelei mit dem Typen verwickelt – und schon landet das zweite Bier auf deiner Jacke.
Es dauert noch etwas, bis ihr schließlich ein Eckchen für euch findet, das Spiel beginnt, endlich Fußball…sehen könnt ihr aber nix, jetzt habt ihr eine große Fahne vorm Gesicht.“

Recht unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat der 1.FSV Mainz 05 e.V. in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass zum DFB-Pokalheimspiel gegen Holstein Kiel nur Karten für die Blöcke Q und R auf der Rheinhessentribüne verkauft werden. Die beiden Außenblöcke P und S sollen also einfach gesperrt bleiben für die Fans. Leider ist bei diesem Spiel mit einer niedrigen Stadionauslastung zu rechnen, weshalb der Verein wohl in allererster Linie Kosten sparen möchte. Natürlich löst eine solche Maßnahme Unmut auf allen Seiten aus, aber es steckt doch leider noch mehr dahinter. Wir empfinden diese Entscheidung und vor allem die Denkweise, die dahinter steckt, als grundlegend falsch und alarmierend, weil sie die einfachsten Bedürfnisse wirklich aller Fans nicht nur passiv ignoriert, sondern aktiv mit Füßen tritt.
Anstatt jene Fans zu unterstützen, die bei Wind und Wetter, zu jedem Datum und zu jeder Uhrzeit, gleichwohl dem Gegner ins Stadion pilgern, anstatt jenen Fans den Rücken zu stärken und sie mit offenen Armen zu empfangen, anstatt jene Fans wenigstens einfach in Ruhe zu lassen, werden diese Fans einmal mehr geringgeschätzt, indem man ihnen ihren angestammten Platz nimmt: „Seht doch zu, wo ihr bleibt!“ Hinzu kommt – und das ist dann wirklich der Gipfel – dass die Kommunikation über diesen Eingriff wiedermal an der eigenen Anhängerschaft, an den Mitgliedern und Fangremien vorbei gelaufen ist.

Auf den Stehplätzen der Rheinhessentribüne herrscht eine vielfältige Fankultur, die von Menschen aller Couleur auf ganz individuelle Art und Weise ausgelebt wird und dabei mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und Vorstellungen verknüpft ist. Es gibt die Fanclubs, die sich jedes Heimspiel am selben Wellenbrecher zum Biertrinken treffen, die bereits erwähnte Familie mit Kindern und ihren Styroporpodesten, die Zaunkönige, die direkt hinter den Bannern die Nähe zum Spielfeld genießen, es gibt Ultras mit Trommeln, Fahnen, Megaphonen, die 90 Minuten in Bewegung sind – aber natürlich auch die Menschen, die einfach in Ruhe und ohne Fahne vor der Nase das Spiel sehen wollen und darüber hinaus noch vieles, vieles mehr. Es gibt in dieser Kurve also eine sehr ausgeprägte Bandbreite. Für ein gelingendes Miteinander ist es wichtig, dass jede Facette dabei ausreichend gewürdigt wird und dementsprechend auch einfach ihren Platz hat.

Anstatt diese Vielfalt zu fördern, erkennen die handelnden Personen unseres Vereines sie scheinbar nicht einmal an. Anders ist die Ignoranz hinter solchen Entscheidungen kaum zu erklären. Dabei sind es doch genau diese Vielfalt und der wechselseitige Respekt, die unseren „besonderen Verein“ ausmachen sollen. Ohne jegliches Interesse und ohne jedes Verständnis für Fankultur, die eben weit mehr als Ultras zu bieten hat, wird hier also eine weitreichende Entscheidung getroffen, die uns alle gemeinsam auf der Rheinhessentriübne betrifft. Und die wir so nicht akzeptieren können!

Damit sorgen die Verantwortlichen unseres Vereins nicht nur für Unzufriedenheit und Frust bei den betroffenen Fans, die ihren Stammplatz räumen müssen. Man erschafft auch völlig unnötige Spannungsfelder. Einige Fans werden sich über Sichtbehinderungen ärgern, andere darüber, dass der Nachbar oder die Nachbarin nicht mitsingt. Wir erinnern uns daran, als die aktive Szene sich testweise im oberen Bereich der Tribüne platzierte. Trotz wochenlanger Ankündigungen, tausender Flyer und Gesprächsangebote gibt es Leute, die noch heute verärgert darüber sind.
Den Vereins-Verantwortlichen sind diese Umstände, die Bedürfnisse und das Konfliktpotential daher genauestens bekannt. Mit der neugegründeten Fanabteilung, den Supporters und auch dem Q-Block hätten die Entscheidungsträger unseres Vereins reichlich Ansprechpartner, um sich Ideen, Bedenken und Meinungen zu solchen Vorschlägen einzuholen. Doch der Verein übergeht diese Strukturen erneut ganz bewusst und greift stattdessen völlig willkürlich und ohne Not in das soziale Gefüge der Fankurve ein. Von oben herab wird den Fans ihre Blockwahl vorgeschrieben, die Fans werden also im wahrsten Sinne gegängelt. Diese Frechheit ist jedoch kein Einzelfall, sondern vielmehr eine Offenbarung. Sie zeigt, wie Fans und ihre Interessen bei den Verantwortlichen in erster Linie wahrgenommen werden: als störend und lästig.

Dieser Eingriff steht exemplarisch dafür, welch geringe Wertschätzung unser Verein ausgerechnet denjenigen Fans zukommen lässt, die auch zu vermeintlich weniger attraktiven Partien ins Stadion gehen. Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen: Während für die VIPs zu diesem Spiel eine Weinverköstigung mit lokalen Winzern angeboten wird, werden die Fans in der Kurve de facto entmündigt und in zwei Blöcke zusammengedrängt. Nicht eine Sekunde verwenden die Verantwortlichen darauf das Stadion beispielsweise durch reduzierte Ticketpreise doch zu füllen, Mainz 05 ergibt sich kampflos in sein Schicksal und schließt lieber eigene Blöcke. Während die Kurven anderswo vom Verband als sinnlose Sanktionsmaßnahme gesperrt werden, schaffen die Verantwortliche unseres Vereins das schon selbst. Und das alles nur, um ein paar Euro für Ordnungsdienst und Reinigung zu sparen?!

Immer wieder äußern sich Menschen darüber, dass Mainz 05 „das Besondere“ abhanden gekommen ist. Funktionäre schwingen große Reden in den Medien, schwadronieren davon, dass sich bei Mainz 05 nichts geändert habe. Wir halten dem entgegen: Ihr seht den Wald vor lauter Bäumen nicht!
Wahrscheinlich hat man sich in der Geschäftsstelle nicht eine Sekunde Gedanken darüber gemacht, was für einen immensen Eingriff in die Kurve und die Freiheit der Fans diese Entscheidung eigentlich darstellt. Das offenbart, wie sehr es am grundlegenden Verständnis und Respekt für das fehlt, was die Menschen rund um diesen Verein bewegt.
Das Ohr ist nicht mehr an der Basis – und wenn es den Weg dorthin nicht schnellstens wiederfindet, dann nützen alle Phrasen von GeMainzam, Zusammenhalt und gallisches Dorf nichts mehr. Denn dann werden keine Fans mehr da sein, die solche Werte mit Leben füllen. Gerade im Kontext des Pokalspiels und der Blocksperre ist das im wahrsten Sinne ein hausgemachtes Problem.

_________________
Q-BLOCK – DIE FANS VOM FSV

Die „Q-Block International“ -Wette haben wir souverän gemeistert und konnten auf diesem Weg „crowdFANding – Ein Fanhaus für Mainz“ bereits 1000€ zukommen lassen. Zum Abschluss der Kampagne legen wir nach und wollen auf diese Art und Weise nicht nur einen großen Batzen Geld auftreiben, sondern auch unsere Leidenschaft für (alte) Zaunfahnen deutlich machen! Schafft es unsere Fanszene mindestens zehn Zaunfahnen aufzutreiben, die vor dem Aufstieg im Jahr 2004 bereits am Bruchweg und den Stadien der Republik hingen, am Samstag ihr Comeback im Stadion am Europakreisel feiern zu lassen, geben wir pro Exemplar 100€ ins crowdFANding! Wir sind uns bewusst, die Stücke sind rar und das wird eine hohe Hürde – wir sind aber sehr optimistisch, dass noch genug Exemplare auf Dachböden und in Kellern schlummern. Also macht euch auf die Suche, hängt sie im Stadion und besonders wichtig – passt gut drauf auf!

01:02

Gude Nullfünfer,

am vergangenen Sonntag ist ein wichtiges Projekt für die Fanszene in Mainz gestartet. Schon seit Wochen entsteht im alten Rohrlager in der Weisenauer Straße ein Fanhaus für Mainz. Schon zahlreiche Nullfünfer haben dort in hunderten Stunden Putz von den Wänden geholt, das Haus entkernt und eine enorme Eigenleistung eingebracht. Vom Einzug sind wir allerdings noch einige Monate entfernt und bis dahin müssen zahlreiche Handwerker noch ihr Werk verrichten. Parallel dazu muss allerdings jeder Fan seinen Baustein dazu beitragen, damit das Projekt gelingt.

Auf www.crowdFANding.net kann jeder Nullfünfer seinen Teil dazu beitragen! Unterstützt unbedingt das Projekt – dabei ist es egal ob die Summe eher klein oder groß ist. Jeder gibt das was er kann, jeder Euro hilft am Ende weiter. Die Jungs und Mädels vom Projektteam haben ambitionierte Ziele, aber wenn uns der Abstiegskampf in der letzten Saison eines gelehrt hat, dann das wir zusammen ALLES schaffen können.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Aktionen, bei denen sich jeder von euch einbringen kann. Informiert eure Freunde, Verwandten, Arbeitskollegen und generell alle Mainz 05 Fans. Haltet einfach mal die Augen und Ohren offen und schaut euch regelmäßig die Homepage an oder klickt bei Facebook rein.

Ankündigen können wir schon jetzt eine Aktion zum Auswärtsspiel in Stuttgart. Bei diesem Spiel gibt ein Sponsor im Rahmen einer Wette für jede verkaufte Karte für den Gästeblock 1,00€ in die Projektkasse! Der Block muss voll werden – dann wandert auch direkt eine ordentliche Summe in das Fanhaus!

Außerdem gibt es in der kommenden Woche eine Wette, wo wir als Q-Block behaupten, dass wir es locker flockig schaffen Spender aus 15 verschiedenen Nationen dieser Welt zu mobilisieren. Q-Block International ist das Motto in der kommenden Woche! Jeder hat einen Freund oder Verwandte im Ausland – erzählt diesen von unserem Projekt und motiviert sie zum Spenden! Schaffen wir es die 15 Nationen innerhalb einer Woche zusammen zu bekommen, legen wir 1.000€ in die Projektkasse! Das soll doch zu schaffen sein, oder?

Lasst uns anpacken, lasst uns gemeinsam die 100.000€ ran holen und lasst uns zusammen eine Heimat für unsere Fanszene realisieren!

Wir halten euch auf dem laufenden!

Ein Fanhaus für Mainz

www.crowdFANding.net